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    Dominik auf dem Dach des Estádio Major Antônio Couto Pereira, Heimstätte des Coritiba FC

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    Unser Alumni Dominik mit Fußball-Ikone Pelé im Rahmen des Finals der Copa Libertadores 2010

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    Besonderes Meeting - Dominik Horsch mit WM-Borschafter und Brasiliens Stürmer-Legende Ronaldo

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    Athony Baffoe (Match-Koordinator Maracana-Stadion) mit Dominik beim Confederations Cup Finale 2013

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    Foto der Fankurve des Coritiba FC beim Copa do Brasil Finalspiel 2011 gegen Palmeiras im Estádio Couto Pereira

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    Verleihung des Football Business Award in der Kategorie Best Marketing Campaign Overseas an der Stamford Bridge des FC Chelsea an den Coritiba FC

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    WM-Finale 2014 zwischen Deutschland und Argentinien

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    Verabschiedung der deutschen Mannschaft vom Flughafen Galeão in Rio de Janeiro, einen Tag nach dem gewonnenen Finale

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    Deutscher Mannschaftsbus beim WM-Achtelfinaldrama gegen Algerien in Porto Alegre

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    COXA ist der Spitzname des Vereins Coritiba FC. Der Schriftzug stand im Museum "Memorial" bis zum Stadionumbau.

10 Jahre Sport & Event Management - Alumni Dominik Horsch im Interview

10 Jahre Sport & Event Management an der BiTS! Das bedeutet auch viele erfolgreiche Absolventen und tolle Geschichten. Wir haben das Jubiläum zum Anlass genommen um mit unseren Alumnis über Ihre bisherigen Erfahrungen zu sprechen. Dominik Horsch, Absolvent des Studiengangs Sport & Event Management aus dem Jahre 2009, nimmt uns im Interview mit auf seinen Weg vom Studium an der BiTS in Iserlohn, der ihn bis zur WM 2014 in Brasilien führte. Heute ist er wieder zurück in Deutschland und arbeitet in Frankfurt beim Deutschen Fußball Bund.

Wie bist Du als Schüler damals auf die BiTS aufmerksam geworden und was hat Dich dann dazu bewogen an der BiTS zu studieren?
Eigentlich bin ich erst nach meiner Schulzeit auf die BiTS gestoßen. Nach meinem Abitur habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport beim Fußball- und Leichtathletik Verband Westfalen absolviert. Im Rahmen dieser Tätigkeit habe ich bei einem Länderspiel einer DFB Frauen U-Mannschaft das Trainerteam unterstützt. Die Mannschaft spielte damals im Hembergstadion in Iserlohn und war im Hotel Campus Garden am Rande des BiTS-Campus untergebracht. Die Räumlichkeiten der BiTS nutzte das Team teilweise für Besprechungen und ich selber für das Zusammenschneiden von Spielsequenzen. Damals las ich mir schon Flyer der Hochschule durch und hatte diese somit im Gedächtnis. Nach dem FSJ habe ich dann erstmal Orientierungspraktika absolviert, u.a. beim FC Schalke 04 im Nachwuchsleistungszentrum. Danach war ich mir absolut sicher, dass ich in den Sportbereich möchte und erinnerte mich auch an den, damals noch neuen, Studiengang Sport & Event Management. Die Praxisnähe – der Dozenten und der Studieninhalte - und die angebotenen Fächer und Vertiefungsbereiche haben mich letztendlich darin bestärkt an der BiTS zu studieren.

Warum ist Deine Wahl auf den Studiengang Sport & Event Management gefallen?
Auch wenn es wie eine Floskel klingt: ich habe einen Großteil meines Lebens mit und im Sport verbracht. So wuchs immer mehr der Wunsch meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Die Kombination aus Sport und Event empfand ich sehr ansprechend und auch sinnvoll, weswegen letzten Endes die Wahl auf die BiTS fiel.

Was hat Dir an dem Studium an der BiTS am besten gefallen?
Generell gesprochen haben mir die Semester nach den Basissemestern - erstes und zweites – am besten gefallen. Ab dem 3. Semester wurde es immer spezifischer und auch praxisnäher. Die ersten beiden Semester vermittelten viel Basiswissen – Recht, Bilanzierung oder anderes – was definitiv notwendig ist, mir aber nicht ganz so leicht fiel. Das 5. und 6. Semester, in denen man Schwerpunkte definieren konnte, waren richtig gut. Sie waren mit qualifizierten Dozenten besetzt, die viel Fachwissen vermittelten und aus der Erfahrung berichten konnten. Außerdem fand ich es sehr gut, dass während des Studiums auch die als „Soft Skills“ bezeichneten Aspekte immer wieder in Kursen abgedeckt wurden. Ob Business English, die Thematisierung kultureller Aspekte, Medieninhalte - offline und online - oder die Möglichkeit Spanisch zu lernen, erwiesen sich im Nachhinein als unglaublich wichtig. Vor allem Fremdsprachen und Kulturverständnis sind, im oft internationalen Kontext des Sports, Gold wert.

Besondere Erwähnung verdient die Nähe zu den Dozenten. Sicherlich gilt das nicht für alle, aber grundsätzlich hat sich niemand den Studenten gegenüber verschlossen. Bis heute habe ich Kontakt mit Thomas Rieger, Michael Welling und unregelmäßig auch mit Roland Schröder.

Wo hast Du Dein Auslandssemester absolviert und wie war die Zeit im Ausland?
Ich habe mein Auslandssemester in Porto Alegre/Brasilien an der Universidade Federal do Rio Grande do Sul (UFRGS) absolviert. Neben persönlicher Gründe war ein Hauptmotiv dort mein Semester zu verbringen, die Weltmeisterschaft 2014. Die FIFA hatte im Juli 2007 die WM an Brasilien vergeben. Nachdem ich als Volunteer bereits bei der WM 2006 im eigenen Lande tätig war – mit Unterstützung der BiTS - war es mein Ziel bei einer WM als Mitarbeiter wesentlich mitzuwirken. Ich fand, dass ein Semester in Brasilien der erste Schritt in die Richtung sein könnte. Die Zeit in Porto Alegre möchte ich auf gar keinen Fall missen, war letztendlich ein wesentlicher Schritt in meinem weiteren Studien- und Berufsleben und hat mir auch privat unglaublich viel gegeben. Ein Nachteil war, dass die BiTS damals noch nicht über ein so breites Netzwerk an Partnerhochschulen verfügte wie heute und ich, mit viel Hilfe des International Office, eine eigene Uni finden und Anträge stellen musste. Außerdem konnte ich an der Universität leider keine sportspezifischen Kurse belegen. Das holte ich durch das Verfolgen der dortigen Sportarten und -Ligen nach – ob in Stadien oder am TV – und es war mein erster Kontakt mit dem brasilianischen Fußball.

Hat Dich das Studium wie gewünscht auf den Einstieg in das Berufsleben vorbereitet?
Wie bereits erwähnt, waren die Praxisnähe während des Studiums und auch die geforderten Pflichtpraktika essenzielle Punkte, die für ein Studium an der BiTS sprachen und ich fühlte mich nach dem Abschluss auch gut aufgestellt. Denn es gab im Rahmen des Studiums durch Exkursionen immer wieder Möglichkeiten die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen. Zudem nutzte ich die Chance ein längeres Praktikum beim DFB zu absolvieren und arbeitete in den ersten Semestern noch als Honorartrainer beim FLVW. Nach dem Bachelor wollte ich allerdings erst noch einen Master abschließen. Da es damals noch kein Masterprogramm mit Sportbezug an der BiTS gab, ging ich nach Köln und machte dort meinen Masterabschluss.

Wie ist Dein Einstieg in die Berufswelt verlaufen?
Der Berufseinstieg verlief etwas ungewöhnlich, aber glücklicherweise reibungslos. Seit meinem Auslandssemester hatte ich stetig meine Kontakte nach Brasilien gepflegt und während des Masters noch ein Praktikum beim SC Internacional aus Porto Alegre absolviert. Für meine Masterthesis, welche ich über die Vermarktung der 1. Brasilianischen Fußballliga schrieb, verbrachte ich für Recherchen und Experteninterviews erneut einige Zeit in Brasilien. Unmittelbar nach meinem Masterabschluss erhielt ich von einem meiner Interviewpartner das Angebot beim Coritiba FC, einem Erstligisten aus Curitiba, den Bereich B2B-Marketing zu leiten und zu strukturieren. Trotz einiger Zweifel für längere Zeit nach Brasilien zu gehen, nahm ich die Stelle letzten Endes auch an – und habe es nie bereut. Neben den Kernaufgaben im Bereich Sponsoring, unterlagen mir auch die Bereiche Events, CSR und das Clubmuseum „Memorial“. Nachdem mein Chef einige Monate später den Verein verlassen hatte, war ich bis zu meinem Abschied zusammen mit einem Kollegen Leiter der Marketingabteilung. In der gesamten Zeit habe ich viel Neues erfahren und erleben dürfen. Das komplexe Wettbewerbssystem in Brasilien ließ mich knapp 40 Heimspiele erleben, eine umfassende Stadionrenovierung wurde gestartet, der Verein erreichte und richtete das Finale der Copa do Brasil (brasil. Pokalwettbewerb) aus und es gab in der Zeit unzählige Veranstaltungen für Mitglieder und auch Sponsoren. Ein besonderes Event war auch die Ausrichtung des Finales der Brasilianischen American Football Liga – den Brasil Bowl – im Jahr 2011, welches zusammen mit der Football-Abteilung durchgeführt wurde und mit über 8.000 Zuschauern einen neuen Brasilianischen Zuschauerrekord aufstellte.

Was machst Du heute bzw. was hast Du bisher alles gemacht?
Heute bin ich als Team Manager im Nachwuchsbereich beim Deutschen Fußball-Bund angestellt. Ich hatte viel Glück auf dem Weg hierhin. Insgesamt verbrachte ich knapp 3 Jahre in Brasilien. Nach 14 Monaten beim Coritiba FC wechselte ich Anfang 2013 zum Organisationskomitee der Fußballweltmeisterschaft 2014, womit sich mein Traum sieben Jahre später wahrhaftig verwirklichte. Beim Komitee arbeitete ich im Bereich Competition & Team Services und war vor und während der WM der Ansprechpartner der asiatischen Mannschaften und des DFB. Darüber hinaus war ich Mitverantwortlich für die Inhalte der Workshops der Nationalmannschaften, die Abläufe in den sogenannten Competition Areas - auch Technical Areas genannt - der 12 Stadien und die Rekrutierung und Schulung unserer Abteilungs-Spielortsverantwortlichen und der 32 Teambetreuer (Team Liaison Officer). Ich hatte Glück das ich im Anschluss an die WM die Chance beim DFB erhalten habe. Für mich ist es der ideale nächste Schritt gewesen. Viele Aufgabenfelder kannte ich bereits schon von der WM, wobei ich diese vorher von der anderen – also der OK-Seite – bearbeitet habe. Nun bin ich Teamverantwortlich und habe die Seite gewechselt. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und macht angenehmerweise sehr viel Spaß.

Welche Tipps kannst Du Berufseinsteigern in dieser Branche mit auf den Weg geben?
Ich bin der Meinung, dass praktische Erfahrung im Bereich des Sports ungemein wichtig ist und man schon so viel wie möglich während des Studiums aktiv machen sollte – ob an der Universität oder außerhalb. Man sollte sich zudem bewusst sein, dass es im Sport auch viele Quereinsteiger gibt, die aus den Bereichen BWL oder Marketing kommen. Daher ist es zu empfehlen sich von der Masse abzusetzen, früh sein Profil zu schärfen und auch flexibel zu sein. Letzteres beziehe ich auch darauf, dass man vielleicht mal einen Umweg in Kauf nehmen muss und vielleicht einen Jobeinstieg nicht in der Idealposition annimmt.

Generell ist das Arbeiten in der Sportbranche, wie ich es kennengelernt habe, sehr abwechslungsreich und ohne Frage hochinteressant. Je nach Aufgabenbereich ist es schwer einen durchschnittlichen Alltag zu beschreiben, was den Abwechslungsreichtum noch einmal unterstreicht. Eine Routine kommt vielleicht in einzelnen Arbeitsaufgaben vor, aber nicht grundsätzlich. Wessen man sich allerdings bewusst sein sollte ist, dass der Job sehr stressig sein kann und auch mal das Privatleben drunter leidet.

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