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Studierende Marisa zum Auslandssemester in Südafrika

Communication & Media Management Studierende Marisa Mahalingam vom Campus Seilersee in Iserlohn verbrachte ihr Auslandssemester an der University of Stellenbosch. Ihre Eindrücke und Erfahrungen ließ sie uns zukommen und berichtet uns von ihrem neuen Alltag in Südadrika.  

Auch wenn ich während meiner Schulzeit noch nicht genau wusste, welchen beruflichen Weg ich später einmal einschlagen wollen würde, war mir schon früh klar, dass ich studieren möchte und mir eine internationale Ausrichtung wichtig ist. Nach meinem Abitur und einem einjährigen Praktikum am Bodensee stieß ich auf die BiTS in Iserlohn. Obwohl ich ursprünglich kein großes Interesse hatte zurück nach NRW zu gehen, informierte ich mich über die Angebote der Hochschule. Die kleinen Vorlesungsgruppen, die internationale Ausrichtung der Studiengänge und das im Curriculum verankerte Auslandssemester haben mich letztendlich überzeugt und so nahm ich mein Studium zum Wintersemester 2012/2013 in Medien- und Kommunikationsmanagement auf. Mein Auslandssemester habe ich nicht, wie im Curriculum vorgesehen, im vierten Semester absolviert, da ich in dieser Zeit die Möglichkeit hatte, ein sechs monatiges Praktikum bei der Vodafone GmbH in Düsseldorf zu machen. Hierfür legte ich ein Urlaubssemester ein. Dadurch hat sich mein Auslandssemester an das Ende meines Studiums in das sechste Semester verschoben. Dies stellte für die BiTS glücklicherweise kein Problem dar, im Gegenteil: Sie hat mich in meinen persönlichen Wünschen und Vorstellungen unterstützt und hat mir letztendlich die Umstrukturierung meines Studiums ohne Probleme ermöglicht.

Lange Zeit war für mich unklar, wo ich mein Auslandssemester verbringen wollte. Die BiTS hat weltweit viele angesehene Partner-Universitäten, aber auch Nicht-Partner Universitäten konnten besucht werden, wenn man bereit war seinen Aufenthalt eigenständig zu organisieren. Durch Erfahrungsberichte von Kommilitonen, die ihr Auslandssemester in Stellenbosch, Südafrika verbracht haben, habe ich angefangen mich mehr und mehr mit dem Gedanken auseinanderzusetzen. Ich wollte etwas Neues kennenlernen. Ich hatte vorher keinen Bezug zu Afrika und auch kein fundiertes Wissen über den Kontinent. Aber ihre Erfahrungsberichte und die Übereinstimmung mit einigen persönlichen Kriterien haben mich letztendlich überzeugt. Nach meiner erfolgreichen Bewerbung an der University of Stellenbosch ging dann alles ganz schnell: Visum, Flug, Wohnung, und alles was dazu gehört musste innerhalb kurzer Zeit organsiert werden. Und Anfang Juli hieß es dann: Abschied nehmen und auf nach Südafrika. Ich hatte keine Vorstellung, was mich erwarten würde, wie das Leben dort ist, wie die Menschen sind und auch keine Vorstellung über die Kultur. Aber ich war gespannt auf mein ganz persönliches Abenteuer. Stellenbosch ist eine Studenten-Stadt in Mitten der weltbekannten Wine-Lands im Western Cape und nur eine halbe Stunde Autofahrt von Kapstadt entfernt. Ich kam im südafrikanischen Winter an, der mit dem deutschen Herbst vergleichbar ist. Trotzdem hatten wir auch Tage, an denen es über 30 Grad warm war und an denen wir zum nahegelegten Strand in Somerset West gefahren sind.

Zusammen mit sechs anderen internationalen Studenten teile ich mir ein Haus in Stellenbosch. Die Uni war mit dem Fahrrad sehr gut zu erreichen. Aus Mitbewohnern sind mittlerweile sehr gute Freunde geworden. Und zusammen haben wir uns schnell im Alltag zurechtgefunden. Ich war relativ frei in der Auswahl meiner Kurse und konnte mich so auch mit Themen auseinandersetzen, zu denen ich vorher kaum oder gar keinen Bezug hatte. Insgesamt hatte ich vier Vorlesungsfächer:

  • Marketing & Sales Promotion: um mein bisheriges Wissen zu vertiefen bzw. aus einer anderen Perspektive zu beleuchten
  • Fotografie habe ich gewählt, um auch die Basics der kreativen Seite meines Studiengangs besser zu verstehen.
  • China-Africa Relations, da ich einfach mehr über Afrika im internationalen Kontext lernen wollte
  • Jewelery Design

Meine Vorlesungen fanden alle von Montag bis Donnerstag statt. Den Freitag hatte ich somit komplett vorlesungsfrei.

Neben den Vorlesungen hatten wir als  internationale Studenten viele Möglichkeiten uns am Uni-Leben zu beteiligen. Mit ca. 30 anderen habe ich an dem sogenannten VCE-Projekt (einem sozialen Projekt, das von der Universität organisiert wurde) teilgenommen: Jeden Freitag sind wir nach Kayamandi (ein an Stellenbosch angrenzendes Township) in eine Pre-School gefahren, in der wir die Kids über ein bestimmtes Thema unterrichtet haben. Meine Gruppe (bestehend aus zwei weiteren internationalen Studenten und mir) wurde einer Klasse von 30 Schülern zugeteilt. Jede Woche haben wir ein bestimmtes Thema für die Kids vorbereitet, sie unterrichtet und ihnen Spiele beigebracht, die wir noch aus der Kindheit kannten. Das war nicht immer einfach, weil die Kids kein Englisch sprachen und wir kein isiXhosa (eine der elf offiziellen Sprachen Südafrikas). Die Lehrerin hat vermittelt, wenn Hände und Füße nicht mehr ausgereicht haben. 

Die Kids sind uns sehr ans Herz gewachsen. Ich bin immer noch erschrocken über die gespaltene Gesellschaft in Südafrika und darüber, dass die "Nachwehen" der Apartheid  noch deutlich zu sehen und zu spüren sind. Die Kinder der Schule kamen nicht selten aus drogenabhängigen und gewalttätigen Familienverhältnissen. Die Townships sind leider immer noch allgegenwärtig. Ich habe über die Zeit großen Respekt für die Arbeit der Lehrer der Schule entwickelt, die wirklich alles tun und die Kids in all dem, was sie vorhaben, unterstützen. Letztendlich habe ich mehr aus dem Programm mitgenommen, als ich investiert habe.

Neben dem VCE-Projekt und der Uni bin ich in eine Kirche in Somerset West gegangen, die ich auch in Deutschland besucht habe. Das hat es mir persönlich einfacher gemacht, mich weit weg von zu Hause trotzdem zu Hause zu fühlen. Hier habe ich wirklich tolle Freundschaften geschlossen. Es war manchmal schwierig in der Uni wirklichen Kontakt zu den „Locals“ zu finden, aber die Teilnahme an sogenannten „Societies“ der Universität oder das Besuchen von Kirchen oder anderen lokalen Institutionen hat es letztendlich einfacher gemacht, auch das „richtige“ südafrikanische Leben kennenzulernen. Neben den sonntäglichen Gottesdiensten habe ich auch die Jugend der Kirche unterstützt und Freundschaften fürs Leben geschlossen.

Die Frühlingsferien im September nutzten meine Mitbewohner und ich für eine unvergessliche Reise in den Norden des Landes. Neben der Panorama Route (mit Wasserfällen, dem Blyde-River Canyon und den Potholes) und Swaziland (einem Königreich in Südafrika) haben wir auch den Krüger Park besucht. Mein persönliches Highlight. Insgesamt verbrachten wir zwei Tage dort und machten natürlich auch eine Safari. Neben den „Big 5“ haben wir eine einzigartige, wirklich beeindruckende Flora und Fauna gesehen. 

Unter dem Semester mussten wir verhältnismäßig viele Hausarbeiten einreichen und so blieben meistens die Wochenenden, um die Gegend zu erkunden. Diese verbrachten wir damit, die umliegenden Weingüter zu besuchen, Wine-Tastings zu machen und die Städte und Berge der Gegend zu erkunden. Auch Kapstat ist nicht weit entfernt gewesen und die Waterfront direkt am Meer mit vielen schönen Restaurants und Shops habe ich oft zusammen mit Freunden besucht. Im Oktober war das Semester dann auch schon wieder vorbei und die Klausuren-Phase näherte sich. Obwohl wir schon während des Semesters viele Tests geschrieben und Projekte eingereicht haben, gab es für jede Vorlesung auch noch eine finale Klausur oder in meinem Fall finale Projekte. Das bedeutete neben den Vorlesungen: sehr kurze Nächte. Für Fotografie musste ich eine Liste von Fotos und Portraits einreichen, für die alle gelernten Techniken angewendet werden mussten. Das hatte zum Vorteil, dass wir viele interessante Orte besucht haben, um gute Bilder schießen zu können. In Jewelery Design wurden unsere entworfenen und letztendlich fertiggestellten Schmuckstücke bewertet. Das Marketing-Projekt bestand aus dem Entwurf einer kompletten (Medien-) Strategie eines Unternehmens und in China-Africa Relations stand eine Klausur bevor.

Für mich war die kontinuierliche Überprüfung meiner Leistung unter dem Semester neu. Während man an der BiTS mehr und mehr an die Selbständigkeit herangeführt wird und das eigenverantwortliche Lernen im Vordergrund steht, wurde man in Südafrika von Aufgaben überhäuft. Gleichzeitig hatte dies aber auch zur Folge, dass man sich intensiver mit Themen auseinander gesetzt hat. Trotzdem bevorzuge ich weiterhin das eigenverantwortliche Lernen.

Nach Ende des Semesters hat mich noch eine Freundin aus Deutschland besucht. Wir haben zusammen die Garden Route gemacht, eine Reise mit verschiedenen Stops entlang der Küste. Wir haben diese Reise nicht nur für Strandurlaub genutzt, sondern waren wandern, haben noch mal die ein oder andere Safari gemacht, sind auf Elefanten geritten und mit Geparden und Löwen  spazieren gegangen, haben Straußenfarmen besucht und sehr viel guten Fisch gegessen. Für mich persönlich war das der perfekte Abschluss meines perfekten Auslandssemesters.

Das bedeutet nicht, dass es nicht mal stressig war, oder man nicht mal Heimweh gehabt hat oder nicht auch mal gezweifelt hat an der Entscheidung. Aber letztendlich ist das Auslandssemester eine großartige Zeit, seinen persönlichen Horizont zu erweitern, mehr über sich selbst zu lernen, über sich hinauszuwachsen und sein ganz persönliches Abenteuer zu leben. Und vor allem auch die Welt besser kennenzulernen und die Dinge zu Hause schätzen zu lernen.

Die Erreichbarkeit und die Unterstützung der BiTS, aber auch die herausragende Betretung der internationalen Studenten durch die Stellenbosch University  bei Fragen und Herausforderungen haben mir durchgehend Sicherheit gegeben.

Südafrika hat offensichtliche Schattenseiten, mit denen man tagtäglich konfrontiert wird: Armut, Kriminalität, Korruption in der Politik, Rassismus. Gleichzeitig hat das Land eine faszinierende Geschichte und unglaubliches Potential in allen erdenklichen Bereichen. Ich würde – wenn ich könnte - das Semester ohne zu Zögern wiederholen. Natürlich habe ich mich auch wieder auf zu Hause gefreut: Darauf, meine Familie und meine Freunde wiederzusehen und Weihnachten mit ihnen zu verbringen. Und darauf, abends alleine nach Einbruch der Dunkelheit im Auto oder im Zug unterwegs zu sein. Nichtsdestotrotz vermisse ich schon jetzt mein Leben in Südafrika: Die Herzlichkeit der Menschen, die Natur, die Gelassenheit, die unvergesslichen Reisen und natürlich meine Freunde. Aber ich bin nicht zum letzten Mal dort gewesen und freue mich jetzt schon auf eine hoffentlich baldige Reise zurück.

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