• Gastvortrag von Christoph Keese am UE Campus Berlin
  • Gastvortrag von Christoph Keese am UE Campus Berlin

Axel-Springer-Journalist ermutigt UE-Studierende zu neuen Ideen

Vergangenen Donnerstag war Christoph Keese, Executive Vice President des Axel Springer Konzerns, zu Gast am Berliner Campus der University of Applied Sciences Europe (UE). Der frische Wind, den er in die deutsche Journalistenwelt bringt, steckte auch die Studierenden an, die seinem Gastvortrag lauschten.

1 : 0 für die Digitalisierung
Keeses Thema ist vor allem die Digitalisierung des Journalismus. Die starke Präsenz der online Welt dränge die altbekannten Medien zu einem Update. „Das alte klassische Geschäftsmodel vom Print ist, eine Mischfinanzierung aus Abo-Preis und Anzeigen. Deswegen ist man in zwei Märkten gleichzeitig tätig, dem Lesermarkt und dem Anzeigenmarkt. Dieses klassische Modell hat sich mit der Digitalisierung verflüchtigt!“, meint Christoph Kesse zu unseren Studenten und Gästen.
Das reine Zeitungsgeschäft im klassischen Sinne lohne sich für die meisten Verlage nicht mehr. Die Anzahl der verkauften Produkte sinkt zunehmend. Die Verlage müssten auf den Paid-Content-Zug aufspringen.

Keine Innovationen auf dem deutschen Markt
Wie reagiert der deutsche Markt auf die Digitalisierung? „Es gibt von Journalisten geründete hypererfolgreiche Start-Ups. Jedoch nur wenige davon in Deutschland, nämlich gar keine. Warum Gründet ihr nicht einfach was?“ Damit ist Christoph Keese seinen Kollegen bei einer Konferenz auf den Schlips getreten. Mit seinen Auslandserfahrungen im Silicon Valley, weiß er, wie erfolgreich man mit einem Start-Up werden kann. In Deutschland ist der Mut zur Gründung des eigenen Verlags nicht da. Das altbekannte wird hingenommen. Verbesserungen und neue Ideen werden nicht umgesetzt oder kreativ ausgelebt. Keese ist davon entsetzt und kann seine Kollegen nicht verstehen.
„Aber woher soll man denn das ganze Geld bekommen und die Sponsoren um solch ein Projekt aufzuziehen?“, fragt eine interessierte Studentin. „Viele denken von vorne rein, dass man von den Verlagen nicht finanziert wird. Ich arbeite in einem Verlag genau an der Position, wo die Investitionsanträge auf dem Tisch landen. In den letzten 15 Jahren war nicht ein einziger dabei, wo jemand gefragt hat, ob Springer sein Start-Up Vorhaben unterstützt.“

Mut für Neues, Mut zum Eigenen
Christoph Keese ist ein Mann, der den Fortschritt der Digitalisierung als neue Chance sieht. Eine Chance sich etwas Eigenes aufzubauen. „Seid authentisch, schreibt das, was ihr möchtet und selber lesen wollt, aber auf hohem handwerklichem Niveau. Lasst euch nicht deprimieren. Wir stehen vor einem goldenen Zeitalter an Informationen. Im digitale Zeitalter sind Informationen ungeheuer wichtig und werde es auch immer sein.“ So schließt Christoph Keese seinen Vortrag an die Studierenden mit einer Aufforderung und Motivation, nach dem erfolgreichem Abschluss z.B. des Journalismus-Studiums, den Markt aufzumischen.

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