• News_20150518_Ausland_Stellenbosch

BiTSler weltweit, Teil 1: Studierende in Südafrika

BiTS-Student Sebastian Babe verbringt sein Auslandssemester an der Universiteit/University of Stellenbosch in Südafrika. Hier beschreibt er, was er dort erlebt.

Wie beschreibt man etwas Unbeschreibbares? Wie vergleicht man etwas Unvergleichliches? Am besten trifft es die Aussage, des Freundes eines Freundes: „Es ist so gleich und doch so anders“. Denn wer in Stellenbosch ankommt dem stellt sich direkt eine Frage: „Liegt Südafrika auf einmal in Europa?“ Die Stadt kommt daher wie eine typisch europäische Studentenstadt. Und in vielen Belangen stimmt das auch. Man sieht viele Fahrräder und natürlich auch einige Autos. Die Preise und Einrichtungen orientieren sich an den Erwartungen und Bedürfnissen eines Studenten. Gefühlt befindet man sich in einer riesigen Einkaufsmeile wieder, Sportgeschäfte, Restaurants, Fast-Food-Ketten, Friseure, Supermärkte, Kleidungsgeschäfte, etc. reihen sich hier aneinander und mittendrin steht eine große Universität. Doch ist irgendwas anders. Es sind die Menschen, die den Unterschied machen, ob man sich kennt oder nicht, ein freundliches „How’s it?“ schallt einem immer entgegen und spätestens wenn man an der Kasse zwei Stunden gewartet hat, weil der Kunde vor einem mehr als zwei Artikel gekauft hat merkt man, man ist in Südafrika. Das Leben ist hier lockerer, einfacher, als wenn das Wort Stress im südafrikanischen nicht existiert.

Auch an der Universiteit/University of Stellenbosch sieht es ähnlich aus. Die Vorlesungen gehen 60 Minuten, die Anwesenheit ist verpflichtend. Und doch ist es keine Seltenheit, wenn der eine oder andere Student quasi mit Ende der Vorlesung erscheint. Die Begrüßung des Dozenten fällt dann meistens ähnlich aus, ein „Did you enjoy the lecture?“ oder „Welcome, glad you made it“ sind nur einige der lockeren Begrüßungen die einem dann von gut gelaunten Dozenten entgegenschallen. Die Begründung ist meistens der Orientierungsverlust des Studenten, denn die Universität hat eine Karte, damit sich die Studenten zurechtfinden. Außerhalb der Vorlesungen werden von den Studenten regelmäßig Leistungsnachweise eingefordert, pro Fach gibt es mindestens einen Test und eine Hausarbeit, die zur Unterrichtsnote (40% der Gesamtnote) beitragen. Für Unterhaltung außerhalb der Vorlesungen sorgt die Uni ebenfalls. Was an der BiTS die Ressorts sind, sind hier die Societies. Von Sport (Fußball, Rugby, Tennis, etc.), über Theater und Musik, bis hin zum Weintasting oder Kochen wird hier alles angeboten, was man sich vorstellen und in der universitätseigenen Shoppingmall gibt es noch dazu ein Kino. Für Internationals bietet ISOS (International Students of Stellenbosch) zusätzlich Aktivitäten an. Hier kann man sich z.B. für Aufbauhilfe in Townships eintragen, Konzerte von südafrikanischen Bands besuchen, an Kochwettbewerben teilnehmen oder zum Sharkdiving fahren.

Abseits des Lernens ist Montag der wichtigste Tag in Stellenbosch (zumindest von Februar bis Mai), denn montags ist Rugby-Zeit. Die Maties (Bezeichnung der Stellenbosch-Studenten und der Studenten-Teams) sind das erfolgreichste Uni-Team in Südafrika und treten jedes Jahr als Favoriten auf den Varsity (University) Cup an. Im Danie Craven, dem Stadion der Universität, finden bis zu 17.000 Studenten Platz und feiern ihr Team, in der Regel unabhängig von der dargebotenen Leistung. Das Motto hier: „Dis altyd lente in die öe van die Stellenbosch Studente. Van die Studente sonder sente dis altyd lente“ (afrikaans für: Es ist immer Frühling in den Augen der Stellenbosch Studenten, für die besonderen/unvergleichlichen Studenten ist es immer Frühling).

Auf dem Foto: Auswärtsspiel der Maties an der UCT in Kapstadt. Sebastian (BiTS Hamburg), Kaya und Franziska (BiTS Iserlohn) und Nora (BiTS Hamburg). 

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