Erfolgsgeschichte Kim von Ciriacy

Kim von Ciriacy hat Journalismus und Unternehmenskommunikation am Campus Berlin studiert und arbeitet jetzt als freie Journalistin bei der WELT und beim Radio BLN.FM. Wir haben sie getroffen, damit sie uns von ihrem Weg zum Erfolg erzählt:

Es gibt viele Hochschulen, die gute Studienangebote im Medienbereich anbieten. Warum haben Sie beide sich damals für die University of Applied Sciences Europe – ehemals BiTS –  entschieden?

Ich habe das Jahr nach meinem Abi erstmal eine Pause vom Lernen gemacht und bin durch die Gegend gereist. Zur Bewerbungszeit war ich gerade in Tunesien und konnte mir so nur online ein Bild von den jeweiligen Hochschulen machen. Der damalige Online-Auftritt der Hochschule hatte mich dann gecatcht. Insbesondere das praxisnahe. Bei meinem Aufnahmetest hatte ich ein Gespräch mit Journalismus und Business Communication-Studiengangsleiter Thomas Becker, der mich mit seiner Begeisterung für diesen Studiengang noch mehr überzeugt hat. Dieser Professor blieb auch während und nach meinem Studium ein fördernder und wichtiger Kontakt.

Sich nach dem Abitur für ein Studium anstelle eines Volontariates zu entscheiden, kann Vorteile auf dem Arbeitsmarkt bringen. Was waren Ihre Beweggründe für den Studiengang Journalismus und Business Communication (JBC)? Was haben Sie sich davon erhofft? Von welchen Inhalten konnten Sie profitieren?

Ich war schon immer neugierig, hatte schon immer das Bedürfnis Geschichten zu erzählen. Und dafür verschiedene Wege, Erzählformen und Medien auszutesten. Wenn man keinen haargenauen Plan hat, wo genau man später stehen will, sondern eher einem Grundbedürfnis nachgeht, dann kann ein breit aufgestelltes Studium sinnvoll sein. Im JBC-Studium habe ich viele Möglichkeiten kennen gelernt, dieses Bedürfnis auszuleben – vom Marketing bis zum investigativen Journalismus.

Am Campus Berlin ist immer was los: zum Beispiel Auslandssemester, Praktika und Ressortarbeit. Welches Studien-Erlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Besonders in meiner Erinnerung geblieben ist mein Auslandssemester an der Metropolitan University in London. Ich habe dort einen Dokumentarfilm-Kurs von Produzent, Direktor und Drehbuchautor Jesse Quinones besucht. Vor London hatte ich Dokumentarfilm als möglichen Zukunftsplan gar nicht auf dem Schirm, war eher zufällig in den Kurs hineingerutscht. Im Seminar sollten wir natürlich alle eine Dokumentation drehen. Ich hatte bis dahin aus Spaß an der Freude ein paar YouTube-Videos gemacht. Das war alles. Zu jener Zeit war das Dating-Netzwerk Tinder gerade relativ groß und ich entschloss mich, meine Doku über Online-Dating zu machen und meine Dates zu filmen. Natürlich mit der Einverständniserklärung aller Beteiligten, was so ein erstes Date nicht weniger seltsam macht. Mit der Hilfe von Jesse und meinem Kurs ist daraus eine wirklich amüsante Dokumentation geworden. Sie heißt „Swiping Mr. Right“ und ich durfte sie damals in London auf dem British Urban Film Festival und 2018 in Jena auf dem cellu l'art Kurzfilmfestival zeigen. In vier Folgen unterteilt wurde sie fast zwei Jahre nach der Produktion ebenfalls bei WELT veröffentlicht. Das war der Startschuss für meine Videoproduktionen dort.

Die Studierenden haben einen Slogan gewählt: „Create your story. Inspire the world. “ Welche Erfahrungen aus Ihrem Studium unterstützen Sie heute darin, Ihren ganz persönlichen Karriereweg einzuschlagen? Was hat Sie zu diesem Weg inspiriert?

Inspiriert haben mich eigentlich immer Personen. So wie Jesse Quinones in London, Thomas Becker oder Tim Thaler, der auch Dozent am Campus Berlin war und bei dessen Indie-Radiosender BLN.FM ich heute eine Live-Show co-hoste. Oder auch viele Freunde, die in den Medien oder auch in ganz anderen Feldern arbeiten. Ich denke, wenn man einfach tut, was man nicht lassen kann und seine eigenen Qualitäten genauso wie die der anderen erkennt und anerkennt, dann kann eigentlich nicht viel schief gehen.

Sie arbeiten seit Ihrer Studienzeit für das Angebot von WELT und haben sich auch im Studierendenmagazin Terminal Y engagiert. Wie haben Sie den Einstieg in diesen begehrten Bereich geschafft? Was finden Sie am Journalismus so packend?

Terminal Y ist unser Studentisches Magazin, für das alle JBC-Studierenden im Zuge des Studiums Beiträge produzieren. Als Alumni komme ich leider nicht mehr wirklich dazu. Matthias Giordano, der Ressortleiter von WELT kmpkt, hat mich damals über meine Terminal Y Autorenseite entdeckt und bei Xing angeschrieben. Kmpkt ist das junge Ressort von WELT. Wir sind auch nur online vertreten. Am Journalismus und besonders dem Journalismus, den ich dort machen kann, gefällt mir die Freiheit. Seitdem ich „Swiping Mr Right“ über WELT veröffentlicht habe, haben wir begonnen unseren Fokus mehr auf Videocontent zu legen. Wir versuchen, immer neue, spannende und auf die mobile Mediennutzung passende Erzählformen zu finden. Einige Formate produzieren wir auch so, dass die User interagieren können. So sitzen wir nicht in Strukturen fest und die Arbeit bleibt sehr spannend.

Einer Ihrer Schwerpunkte ist die Moderation. Sie senden wöchentlich mit ihrem ehemaligen Kommilitonen Adrian Smiatek beim Indie-Sender BLN.FM und moderieren dort gemeinsam die Sendung. Bitte erzählen Sie uns, welche Tätigkeiten Sie beim Radiomachen besonders spannend finden.

Adrian und ich machen bei BLN.FM eine zweistündige live Show jeden Mittwochabend. Tim Thaler, der den Sender leitet, war eine Zeit lang auch Dozent am Campus Berlin und Bestandteil von Terminal Y. So hat sich die Konstellation ergeben. Adrian und ich sind eigentlich wahnsinnig unterschiedlich und wären ohne BLN.FM wahrscheinlich niemals Freunde geworden. Aber genau das macht mir an unserer Show – wir haben sie ganz kreativ „Bergfest“ genannt – auch so Spaß. „Bergfest“ ist ein abendliches Begleitprogramm. Wir spielen Songs, haben Künstler im Studio, reden über aktuelle Themen von Politik bis zum Bachelor und haben kleine Formate etabliert. So testen wir immer ein neues Bier, das vorzugsweise aus Berlin kommt, stellen unseren Künstler der Woche vor oder geben Netflix-Tipps.

Bitte geben Sie uns ein paar Einblicke in Ihren Alltag. Wie können wir uns Ihren Tagesablauf und Ihr Berufsleben vorstellen?

Momentan arbeite ich als freie Journalistin etwa dreimal die Woche für WELT. Ich bin entweder im Büro, schreibe Texte, produziere Quizze und führe Telefon-Interviews oder mache außerhalb der Redaktionsräume Selbsttests. Ich fahre beispielsweise nach Österreich um einen Beitrag bei einem Wolfsforscher zu drehen, bin einen Tag mit einem Date Doktor unterwegs oder drehe zu Hause einen gescripteten Beitrag über die Rente. Mittwochabends sind wir von 19 bis 21 Uhr immer live bei BLN.FM auf Sendung. Da sprechen Adrian und ich unsere Themen meistens am Tag selbst oder am Vortag ab, haben hin und wieder einen Gast im Studio. Nebenbei schreibe ich als Freelancer für eine Ticketbörse, weil sich das gut von überall erledigen lässt. Dann gibt es noch ein paar Herzensprojekte, mit denen ich mich schon eine Weile beschäftige. Zusammen mit einem guten Freund und Musikproduzenten will ich in den nächsten drei Jahren eine Produktionsfirma gründen. Bis dahin arbeiten wir immer wieder an einzelnen Video- und Musikprojekten zusammen.  Mit meiner Mitbewohnerin drehe ich eine Dokumentation, die wir, wenn sie denn gut wird, auf Filmfestivals zeigen wollen. 

Sie haben schon viel erlebt, doch das Leben hält viel bereit. Wo soll es mal hingehen? Was ist Ihr Traum? Was wollen Sie in zehn Jahren erreicht haben?

Ich habe keinen konkreten zehn-Jahres-Plan. Ich glaube, das wäre eine ziemliche Einschränkung, weil das einen Kurswechsel meiner Meinung nach mit einem Scheitern gleichsetzen würde. Die eigene Produktionsfirma ist ein fassbares Vorhaben, aber während wir uns darauf hin entwickeln, mache ich einfach weiter wie bisher. Ich freue mich, dass ich die Freiheit habe, Ideen, die zuerst nur in meinem Kopf stattfinden, nach außen tragen zu können, um sie für andere sichtbar zu machen. Auf diesem Feld möchte ich mich gerne immer weiter entwickeln.

Was ist Ihr Tipp an die zukünftigen und derzeitigen Studierenden der University of Applied Sciences Europe? Was sollten sie an der Hochschule nutzen? Worauf sollten sie bei ihrer Entwicklung und beim Einstieg ins Arbeitsleben achten?

Wer seiner Umwelt und vor allem sich selbst gegenüber aufmerksam ist, der wird seinen Weg bestimmt gehen. Wer positiv, interessiert und offen ist, der wird an genau solchen Menschen hängen bleiben und von und mit ihnen lernen können. Also suche dir Kommilitonen, Freunde und Professoren, die deine Begeisterung für etwas teilen. Probiere in deiner Studienzeit viel aus. Du hast jetzt eine extreme Freiheit, für die du später zumindest mehr kämpfen musst. Hab auf keinen Fall Angst, zu große Pläne zu machen und akzeptiere, wenn du hin und wieder richtig auf die Nase fällst. Oder auch, wenn du mal für gar nichts brennst. Am Ende ist es im Arbeitsleben ja genau wie im Leben sonst: Du bist es dir selbst schuldig, das Beste daraus zu machen. Was auch immer „das Beste“ für dich ist.

Zum Abschluss: Beschreiben Sie Ihr Studium in drei Worten!

Anregend, praxisnah & prägend.

Hier findest du das YouTube Video mit Kim.

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