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Online-Befragung: Wie wir die Corona-Krise erleben

Um besser zu verstehen, wie es den Menschen in der Corona-Krise geht und was sie beschäftigt, haben wir, der Fachbereich Psychologie der UE, eine deutschlandweite Online-Umfrage gestartet, an der sich 509 Personen im Alter von 7 bis 88 Jahren (durchschnittlich 36 Jahre) beteiligt haben. Den Teilnehmern und Teilnehmerinnen wurden Aussagen zur Corona-Krise zur Einschätzung vorgelegt.

Es zeigte sich, dass die Gefahr, die vom Corona-Virus ausgeht, als eher hoch eingeschätzt wurde. Dagegen waren die Ängste, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren oder wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, eher mäßig ausgeprägt.

Interessanter Weise hingen diese Ängste weder mit soziodemographischen Faktoren wie dem Geschlecht oder Bildungsstand zusammen, noch mit dem Wohnort nach Bundesand oder ländlicher oder städtischer Umgebung. Lediglich das Alter spielte eine Rolle: So wurde zwar die vom Corona-Virus ausgehende Gefahr umso höher eingeschätzt, je älter die Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren – einhergehend mit ihrem als erhöht wahrgenommenen Risiko aufgrund von Vorerkrankungen, doch unterschieden sich die Altersgruppen nicht in ihrer Angst, sich tatsächlich zu infizieren.

Darüber hinaus beschäftigte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eine ganze Reihe weiterer Themen:

Führend unter den Antworten war die Angst um v.a. ältere Angehörige, die oft mit der Befürchtung einherging, andere unwissentlich zu infizieren. Aber auch alltägliche Erschwernisse bei der Kinderbetreuung und Angehörigenpflege sowie bei Einkäufen beschäftigten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

Ein weiterer Bereich betraf die existenziellen Sorgen, die finanzielle Nöte, Jobverlust und ungewisse Karriereperspektiven umfassten. Über diese persönlichen Konsequenzen der Corona-Krise hinaus, nahmen viele eine hohe Bedrohung aufgrund einer anstehenden Wirtschaftskrise wahr.

Die Gesellschaft betrachtet wurde wiederholt die Sorge vor der Gefährdung unserer Demokratie und unserer Grundrechte geäußert. Dennoch berichteten die Teilnehmer ein gesteigertes Vertrauen in die Regierung bzw. in die Maßnahmen, die gegen die Ausbreitung des Corona-Virus verhängt wurden. Keiner der Teilnehmer bezeichnete die Schutzmaßnahmen als unnötig oder überflüssig, vielmehr wurden sie als sehr sinnvoll eingeschätzt.

Eine zentrale Frage zog sich durch alle Antworten – die Frage nach dem „Danach“: Was wird nach der Corona-Krise kommen? Wird ein normaler Alltag wieder möglich sein? Wie werden wir in unserer Gesellschaft miteinander umgehen?

Unsere Umfrage zeigt die Ungewissheit und Unsicherheit, die die Menschen in der Corona-Krise beschäftigen, sowie deren vielfältige Auswirkungen auf unser Erleben und Verhalten. Nennungen von Mitgefühl für unsere Mitmenschen oder Menschen in Länder, die stärker Betroffen sind oder sich weniger schützen können, sowie positive Einschätzungen, sich von der Krise schnell erholen zu können, betonen aber auch unsere Menschlichkeit und Ressourcen, um die Krise erfolgreich zu überwinden!

Diese und weitere Ergebnisse unserer Studie werden in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Fragen können an die ProfessorInnen für Psychologie gerichtet werden.

Prof. Dr. Silke Heuse
Programmkoordinatorin & Studiengangsleitung Psychologie Hamburg, Studiengangsleitung Business Psychology, Berlin
+49 (0) 30 338 539 689
silke.heuse@ue-germany.com

Prof. Dr. Uda-Mareke Risius
Studiengangsleitung Psychologie B.Sc. und psychologische Beratung, Berlin
udamareke.risius@ue-germany.de

Thilo Deckersbach
Psychologische Beratung, Berlin
thilo.deckersbach@ue-germany.com

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