• Thomas Becker

    Prof. Dr. Thomas Becker

Professor der Woche: Prof. Dr. Thomas Becker

Damit Sie die Köpfe hinter unseren Bachelor- und Masterstudiengängen näher kennenlernen, stellen wir Ihnen jede Woche einen unserer Dozenten vor.
Im Gespräch diese Woche: Prof. Dr. Thomas Becker, Studiengangsleiter Journalism & Business Communication an der BiTS Berlin.

Was führte Sie zu uns?
Nachdem ich fast zwanzig Jahre lang in der Medienbranche gearbeitet hatte, wollte ich 2012 etwas Neues beginnen. Ich habe an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien im Schwarzwald angeheuert, dann aber schnell festgestellt, dass ich als Berliner wohl doch nicht ohne Großstadt kann. Daher habe ich nach einer Hochschule in Berlin gesucht und bin über eine Stellenanzeige der BiTS „gestolpert“. Die fand ich sofort sympathisch, weil ich meine Wurzeln im Sauerland habe. Und als ich festgestellt habe, dass die BiTS Teil eines globalen Bildungskonzerns ist, war ich sofort Feuer und Flamme und habe mich am Campus Berlin beworben.

Was ist Gegenstand des Studienfachs Journalismus und Unternehmenskommunikation?
Im Prinzip vermittelt das Fach eine solide Grundausbildung über das journalistische Handwerkszeug. Es beginnt bei Recherchetechniken, geht über Medienrecht und Stilistik bis hin zum Produzieren eigener Arbeiten in den unterschiedlichen Medien Text, Bild, Audio und Video. Ergänzt wird dieses Fachspektrum um die wirtschaftliche Basis im Bereich Unternehmensführung. Diese Kombination schafft eine ideale Vorbereitung für den Arbeitsmarkt. Das ist komplett anders und deutlich praxisnäher, als die publizistischen und medienwissenschaftlichen Studienangebote öffentlicher Hochschulen.
Wenn man JBC erfolgreich abschließt, hat man nicht nur sein Bachelorzeugnis in der Tasche, sondern auch erste Praxis-und Auslandserfahrung gesammelt. Das hilft schon mal enorm, um im Arbeitsmarkt erfolgreich zu punkten.
Hinzu kommt aber noch ein weiterer Punkt: das integrierte Volontariat. Journalismusausbildung erfolgt in der Praxis üblicherweise durch learning-by-doing. Man muss nach dem Studium ein Volontariat (praktische Ausbildung) anschließen. Dieses ist an der BiTS bereits Teil des Studium. In der Berliner Lehrredaktion Terminal Y arbeiten unsere Studierenden bereits über zwei Jahre praktisch als Reporter und Redakteure. Am Ende haben sie eine Arbeitsmappe mit 25 Veröffentlichungen – Reportagen, Berichte, multimediales Storytelling, Video- und Audiobeiträge, Social Media Posts etc.. Dadurch sind die JBC-Absolventen für den Arbeitsmarkt optimal aufgestellt. Nach drei Jahren Studium hat man also ein Bachelorzeugnis, Betriebserfahrung, einen Auslandsaufenthalt und konkrete veröffentlichte Arbeitsergebnisse – das ist meines Wissens einzigartig in Deutschland und ein ganz starker Pluspunkt für den Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Wie sieht es mit Exkursionen aus?
Wir machen viele Exkursionen, laden allerdings auch oft Gäste auf den Campus ein. Wir sind sehr zentral gelegen in Berlin und die Studentengruppen sind angenehm klein. Das hilft natürlich, um spannende Veranstaltungen anbieten zu können. Wir waren z.B. bei der Entwicklungsredaktion von Axel Springer – da, wo journalistische Konzepte der Zukunft erdacht und ausprobiert werden. Wir haben bei Universal Media mit den Top-Managern aus dem Artist Repertoire gesprochen. Wir hatten BILD Digital, Mitvergnuegen.com und das ZEIT-Magazin am Campus, waren zu Gast bei KetchumPleon (PR-Agentur und C3 (Content Marketing), Maybrit Illner und Günther Jauch, dem ARD-Hauptstadtstudio und N24, besuchen regelmäßig die Bundespressekonferenz und wie an allen BiTS-Standorten geht es natürlich für alle JBC-Studierenden eine Woche nach Brüssel, um Europa-Journalismus vor Ort kennenzulernen.

Was erwarten Sie von Ihren Studenten?
Ich bin da sehr old fashioned. Ich denke das Studium ist in erster Linie vor allem etwas, um seine Persönlichkeit auszubilden, um reifer zu werden. Der Startpunkt einer Reise, und nicht das Ziel. Deswegen erwarte ich von Studenten keine fertigen Skills, sondern allenfalls eine grundsätzliche Begeisterung für das Studium. In den drei Jahren sollte das Studium im Mittelpunkt stehen. Klar muss man auch arbeiten, möchte ausgehen und Berlin erleben. Aber man sollte nicht den Fokus verlieren.
Ansonsten ist es schön, Studenten zu haben, die sehr offen sind. Unsere kleinen Gruppen bieten die ideale Grundlage für Feedback. In unserer Lehrredaktion haben wir es gesehen. Wir sind mit etwas gestartet, was den Studierenden nicht gefallen hat und jetzt sind wir mit Terminal Y auf dem Level, wo die Studierenden sagen „Ja, das ist mein Baby!“ Da entsteht – durch Feedback und offene Kommunikationskultur – so etwas wie ein echter Startup-Spirit.

Was begeistert Sie privat?
Alles das, was glaube ich die meisten Menschen begeistert: Inspirierende Menschen, schöne Orte, gutes Essen und erhellende Getränke. Viel in meiner Freizeit hat mit Musik zu tun. Live-Konzerte, egal welcher Stilrichtung, sind immer gut investierte Zeit. Und in den letzten drei Jahren begeistert mich natürlich vor allem zu sehen, wie sich mein Sohn entwickelt. Ich kann glücklicherweise viel Zeit mit ihm verbringen und diese Zeit ist die beste Zeit meines Lebens.
 
Was macht Berlin für Sie besonders?
Berlin, das ist die Stadt, die niemals schläft. Berlin verbindet alles – anders als jede andere deutsche Stadt. Auf der einen Seite dieses fast kleinstädtisch Mief-Milieu, was man hier Kiez nennt, auf der anderen Seite die Größe der Stadt. Überall in der Stadt passieren Dinge, die Leute sind ständig unterwegs. Die einen beginnen mit der Arbeit, die anderen stolpern aus einem Club und das an jedem Tag der Woche. Es ist immer etwas los. Die Balance aus Politik, Kultur und Party, dem Grünen rund um die Stadt und auch mittendrin, das ist einzigartig in Deutschland.

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