Professor der Woche: Prof. Dr. Christoph Moss

Damit Sie die Köpfe hinter unseren Bachelor- und Masterstudiengängen näher kennenlernen, stellen wir Ihnen jede Woche einen unserer Dozenten vor.
Im Gespräch diese Woche: Prof. Dr. Christoph Moss, Dekan des Fachbereichs Medien & Kommunikation und Studiengangsleiter des Studiengangs Journalism & Business Communication (B.A.) am Campus Iserlohn.

Was haben Sie vor ihrer Zeit an der BiTS gemacht?
Ich habe als Deskchef beim Handelsblatt gearbeitet. Außerdem war ich Leiter der Georg-von-Holtzbrinckschule für Wirtschaftsjournalisten. Nach meiner Ausbildung bei der Deutschen Bank habe ich volontiert und bei verschiedenen Sendern und Zeitungen gearbeitet - in Düsseldorf, Passau, Dresden, Dortmund, Brüssel und Paris. Ich habe zunächst Betriebswirtschaft an der Universität Passau studiert, am Journalistikinstitut der TU Dortmund promoviert und später eine Professur für Unternehmenskommunikation übernommen. Seit 2011 unterrichte ich an der BiTS.

Wie entstand das Bachelor-Programm Journalism and Business Communication?
Die Entwicklung des Studiengangs reicht nun schon zehn Jahre zurück. Nachdem es zunächst ein reines Programm für Journalisten gab, fasst der Studiengang seit 2009 Journalismus und Unternehmenskommunikation zusammen. Das war eine kluge Entscheidung, wie ich finde.

Wer studiert Journalismus und Unternehmenskommunikation?
Es sind vor allem junge Menschen, die gern mit Sprache umgehen. Sie streben entweder eine Karriere im Journalismus an - bei Radio, TV, im digitalen Journalismus oder als Auslandskorrespondent. Oder sie wollen in einem der spannenden Berufe arbeiten, die sich in der Unternehmenskommunikation bieten: Sie betreuen Internetplattformen, schreiben für Magazine und entwickeln Kampagnen. Sie arbeiten in PR- und Werbeagenturen oder in den Kommunikationsabteilungen großer Unternehmen oder familiengeführter Mittelständler.

Warum ist dieser Studiengang so beliebt?
Weil junge Menschen gern kommunizieren. Sie erkennen, dass Kommunikation ihnen eine echte Berufsperspektive bietet. Die Unternehmen suchen Bewerber, die stark in Content Marketing sind. Wer Journalism and Business Communication studiert, lernt Tag für Tag, Inhalte zu produzieren. Das macht Spaß und bietet dazu auch noch hervorragende Karrierechancen.

Welche Stärken und Fähigkeiten sollten Bewerber haben?
Sie sollten vor allem Lust aufs Schreiben haben. Wer sich vorstellen kann, einige Stunden seines Studiums in einem Radio- oder TV-Studio zu verbringen, ist bei uns richtig aufgehoben. Vor allem sollten Bewerber neugierig und lernbereit sein. Es gibt kein Berufsfeld, das sich so schnell verändert, wie die Kommunikation. Fast im Wochenrhythmus entdecken wir neue Medien, Anwendungsformen und Dialogmöglichkeiten. Wer hier wach durchs Leben geht, ist in unserem Studiengang an der richtigen Adresse.

Wie ist das Studium aufgebaut?
Wir legen im ersten Semester die Grundlagen. Hier sind alle Veranstaltungen noch deckungsgleich mit unserem Programm „Communication and Mediamanagement“. Danach trennen sich die Wege. Die Studierenden aus Journalismus und Unternehmenskommunikation besuchen vom zweiten Semester an die crossmediale Lehrredaktion. Bis zum Ende des sechsten Semesters produzieren sie Artikel, machen erste Foto- und Videoerfahrungen, moderieren im Radiostudio und bauen ihre eigenen Beiträge. Später lernen sie dann unser TV-Studio kennen, bekommen eine Kameraschulung, arbeiten in der Regie und fahren ganze Sendungen. Im dritten Semester besuchen wir unsere Partnerhochschule in Brüssel. Dort lernen die Studierenden EU-Journalismus und Kommunikation in der europäischen Hauptstadt kennen. Das vierte Semester findet komplett an einer unserer Partnerhochschulen im Ausland statt. Die Semester fünf und sechs dienen dann der Vertiefung. Neben Journalismus, Unternehmenskommunikation und Lehrredaktion können die Studierenden aus verschiedenen Fächern und Modulen wählen, ganz nach ihrem persönlichen Geschmack. Wer sich beispielsweise für Richtung Moderation oder Marketing interessiert, kann die entsprechenden Fächer dazu wählen.

Wie ist die Praxisanbindung der Studieninhalte?
Die Lehrredaktion ist Praxis pur. Für viele Absolventen ist sie der Einstieg in ein verkürztes Volontariat in Journalismus oder Unternehmenskommunikation. Daneben gestalten wir unsere Lehrveranstaltungen immer wieder mit Unternehmen gemeinsam. Wir arbeiten an realen Projekten, damit die Studierenden früh in Kontakt mit Unternehmen kommen. Wir simulieren Pitch-Situationen, erarbeiten Kommunikationskonzepte und entwickeln Redaktionspläne. Langweilig wird es jedenfalls nie!

Wie ist die aktuelle berufliche Perspektive?
In Marketing und Unternehmenskommunikation ist die Perspektive aktuell sehr erfreulich. Die Agenturen suchen händeringend gute Schreiberinnen und Schreiber. Die Unternehmen schätzen darüber hinaus, dass unsere Absolventen projektorientiert arbeiten und in Themen denken. Im Journalismus sehe ich die Perspektive vor allem Digitalen. Die Printmedien haben noch einen langen und beschwerlichen Weg vor sich. Manche Bewerber wollen trotzdem mit aller Macht in einer klassischen Redaktion arbeiten, was wir natürlich unterstützen. Die Innovation kommt aber im Moment aus der Unternehmenskommunikation, aus dem Marketing und den digitalen Medien. Und genau darauf bereiten wir die jungen Menschen vor.

Haben Sie Kontakt zu Alumni und wissen, wo diese nun arbeiten?
Unsere Alumni arbeiten als Journalisten im In- und Ausland, in Werbe- und PR-Agenturen sowie in den Marketing- und Kommunikationsabteilungen großer Konzerne. Die Liste ist lang.

Haben die Absolventen die Möglichkeit, auch an anderen Hochschulen und Universitäten einen Master-Studiengang anzuschließen oder zu promovieren?
Ja, das ist selbstverständlich möglich. Wichtig ist, dass der aufnehmende Studiengang inhaltlich zum Bachelor-Programm passt. Eine Promotion hängt dann vom jeweiligen Masterstudium ab. An der BiTS kooperieren wir beispielsweise mit der UEM in Madrid. 

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