Wie empfinden Studierende den Wechsel zur digitalen Lehre?

Iserlohn, Berlin, Hamburg, 28. April 2020 Wie geht es eigentlich den Studierenden mit dem Wechsel zur digitalen Lehre? Das wollte die University of Applied Sciences Europe (UE) von den eigenen Studierenden wissen und hat sie nach ihrem ganz persönlichen Feedback befragt. Dabei gaben 91 Studierende ihre Stimme ab. Das Ergebnis: Die digitale Lehre wird im Durchschnitt als gut bis sehr gut empfunden und als eine gute Lösung in dieser Ausnahmesituation angenommen. Dennoch wünschen sich die meisten, wieder an den Campus zurückkehren zu können, denn vor allem der soziale Aspekt des Studiums fehlt. 
Einige persönliche Statements von UE-Studierenden finden Sie hier:

David Kern, 26, Studiengang B.A. Fotografie, UE Campus Hamburg
„Ich finde es wirklich toll wie die Professoren und Dozenten mit der aktuellen Situation umgehen. Ruhig, besonnen und gut strukturiert geht jeder meiner Kurse von statten. Auch die technische Umsetzung ist prima und funktioniert wirklich gut mit den genutzten Programmen, da habe ich anderes erwartet.“

„Leider ist der virtuelle Unterricht nicht ganz so effektiv und produktiv wie die Arbeit am Campus. Das liegt nicht zuletzt natürlich auch daran, dass alle Prozesse länger dauern. Zudem finde ich die online Kurse sehr viel anstrengender und konzentrationsfordernder als die Lehre am Campus.“

„Weniger gefällt mir, dass wir durch die COVID-19 Lage keinen Zugriff auf die Räumlichkeiten der Hochschule haben. Vor allem die Dunkelkammer als auch der Druckraum fehlen mir als Fotografie-Student im Alltag. Dadurch lassen sich nicht alle Ideen einwandfrei umsetzen.“

„Trotzdem sehe ich auch positive Seiten und Chancen in der Situation. Einerseits kann ich die Zeit, die ich für die Anreise zum Campus benötige, effektiv nutzen, um an einzelnen Projekten zu arbeiten.“

„Auch entstehen in meinem Umfeld, inspiriert von den digitalen Kursen, tolle Ideen zu Gemeinschaftsprojekten. Zum Beispiel eine Feedbackrunde, losgelöst von der Hochschule, in der wir uns gegenseitig mit den Arbeiten weiterhelfen.“

„Und nicht zuletzt lernen die Studierenden mit den diversen online Kanälen umzugehen, was mit Sicherheit einen positiven Effekt auf das zukünftige Arbeitsleben hat. Denn in der Krise sehe ich die Chance, dass unsere Gesellschaft versteht, dass man sich nicht für jede Kleinigkeit physisch treffen muss, sondern die technischen Mittel dafür nutzen kann.“

Max Jost, 22, Marketing Management & Public Relations M.A., UE-Campus Iserlohn
„Dass wir überhaupt die Chance haben, in diesen außergewöhnlichen Zeiten an Vorlesungen teilzunehmen, ist in meinen Augen unglaublich wertvoll. Wir können problemlos weiter studieren, ohne uns und unsere Mitmenschen in Gefahr zu bringen.

„Die digitale Lehre funktioniert an unserer Hochschule wirklich gut. Natürlich gab es ein paar kleinere Startschwierigkeiten. Der eine oder andere Dozent hatte zu Anfang technische Schwierigkeiten und nach wie vor fällt es manchen schwer, alle Studierende interaktiv in die Vorlesung einzubinden. Zugegeben, ein bisschen sind wir Studierenden daran natürlich auch selbst schuld. Die Verlockung ist doch groß, sich hinter seinem Laptop zu verstecken. Aber abgesehen davon ist eigentlich kein großer Unterschied zur Lehre am Campus festzustellen.“

„Für die Zukunft sehe ich einige Chancen in dieser Form der Lehre. Zum Beispiel muss ich nicht mehr jeweils eine Stunde für An- und Abfahrt einplanen. Außerdem gibt es plötzlich ganz neue Möglichkeiten der Vernetzung.“

„Die digitale Lehre hat es erst möglich gemacht, dass wir Vorlesungen bei einem renommierten VWL Dozenten haben, der zurzeit in Istanbul lebt und arbeitet.“

„Was mir jedoch echt fehlt ist der Kontakt mit meinen Kommilitonen; sei es ein einfaches ‚Hallo‘ auf dem Flur oder eine ausgedehnte Diskussion in der Mensa. Deshalb freue ich mich schon, wenn die Vorlesungen wieder am Campus stattfinden.“

Maite Hegemann, 21, Journalism & Business Communication B.A., UE Campus Iserlohn
„Die digitale Lehre hat mich positiv überrascht, da sie bis heute beinahe reibungslos umgesetzt wird. Leider nutzen einige Studenten die Anonymität dieser Form der Lehre aus: Die Anwesenheit war vermutlich noch nie zuvor so hoch, allerdings war die Beteiligung – zumindest meiner Erfahrung nach – auch noch nie so gering. Da viele Kommilitonen ihre Kameras grundsätzlich ausgeschaltet haben, sind die Diskussionen und Gruppenarbeiten innerhalb der Vorlesungen bei weitem nicht so effektiv wie in den vergangenen Semestern.“

„Als Pendlerin, die normalerweise 90 Kilometer am Tag mit dem Auto zurücklegt, freue ich mich natürlich über den kurzen Weg zu meinem Schreibtisch – und der Umwelt schadet es auch nicht.“

„Unser Standort ist bekannt für ein familiäres Verhältnis untereinander, welches durch die digitale Lehre nur schwer aufrechterhalten werden kann. Ich vermisse den täglichen Kontakt zu meinen Freunden. Da ich in meinem letzten Bachelor-Semester bin, habe ich vermutlich kaum noch Gelegenheit Zeit auf dem Campus mit meinem Freunden zu verbringen, denn niemand weiß, ob wir in diesem Semester jemals wieder Präsenzveranstaltungen haben werden. Mir ist bewusst, dass das vermutlich eher ein Luxusproblem ist und ich mich glücklich schätzen kann, die Möglichkeit einer qualitativ hochwertigen digitalen Lehre geboten zu bekommen.“

Mascha Breuker, 23, Communication & Media Management B.A., UE Campus Iserlohn
„Von der Umsetzung der digitalen Lehre an unserer Hochschule bin ich positiv überrascht worden. Dafür, dass die Umstellung von Präsenzveranstaltungen auf digitale Vorlesungen sehr kurzfristig ablaufen musste, finde ich setzen unsere Lehrenden und auch die Mitarbeiter das ganze Konzept sehr gut um.“

„Wenn ich mich bei meinen Freunden an anderen Unis umhöre, wie gut – oder auch nicht gut – die digitale Lehre dort abläuft, bin ich froh, dass bei uns weder inhaltliche noch zeitliche Lücken entstehen.“

„Ich befinde mich zurzeit im sechsten Semester und möchte dementsprechend im Sommer gerne meine Bachelor-Arbeit abgeben – würde das Semester bei uns nicht regulär stattfinden, müsste ich meinen gesamten Abschluss und den damit verbundenen Master nach hinten schieben.“

„Was mir allerdings ein wenig fehlt, ist der persönliche Kontakt zu meinen Freunden und Kommilitoninnen – besonders der intensive Austausch über Vorlesungsinhalte, Hausarbeiten oder das Vorbereiten von Gruppenarbeiten kommt über digitale Netzwerke manchmal zu kurz.“